Scharlach (Angina)

Akute Infektion bei Kindern und Erwachsenen
durch Streptokokken Erreger:

Scharlach bei einer Frau

aktualisiert 17.11.2014 med.Kontrolle aktualisiert: Anna Nilsson,

Die Scharlach Infektion gehört zu den häufigsten Kinderkrankheiten, die Erkrankung betrifft aber auch viele Erwachsene.

Scharlach wird durch Streptokokken Bakterien verursacht, an diesen Erregern kann man auch mehrfach erkranken, da der Körper gegen den  die Erreger keine Immunität aufbaut.

Ein großer Teil der Bevölkerung trägt Streptokokken in sich, deshalb kommt es sehr häufig zu Infektionen. Hier finden Eltern und Betroffen Fakten und Hintergründe zur Infektion.

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Überblick über die Scharlach-Infektion:

Die Infektion des Rachenraumes durch das Bakterium Streptokokkus pyogenes gehört zu den häufigsten bakteriellen Erkrankungen im Kindesalter. Betroffen sind meisten Kinder der Altersgruppe 6- bis 12-Jahre.

Scharlach ist zwar eine der typischen Kinderkrankheiten, dies bedeutet aber nicht, dass die infektion bei Erwachsenen nicht vorkommt. Da nur wenige Menschen  immun sind, kommt die Infektion in allen Altersgruppen vor. Typische erkennbare Anzeichen sind ein Hautausschlag, der mit einer roten geschwollenen Zunge einhergeht.

Die Übertragung der Bakterien kommt meist in Gemeinschafteinrichtungen wie Kindergärten und Schulen vor und erfolgt durch die sogenannte Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten. Von der Ansteckung mit Streptokokken bis zum Ausbruch der Infektion vergehen 1 bis 3 Tage.

Symptome, Diagnose und Behandlung

Wir sprechen hier über eine Infektionskrankheit, die sich vor allem bei Kindern unter zehn Jahren ausbreitet. Kennzeichen sind unvermittelte Fieberschübe, typische Enantheme (Streptokokken-Angina) und Exantheme (auftretender Ausschlag mit anschließendem Schuppen der Haut). Ursache sind Toxine, die aus betahämolytischen Streptokokken der Gruppe A austreten.

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Lachen, Reden, Husten und Niesen eines Erkranktenoder ein gesunder Träger von beta-hämolytischen Streptokokken zählen zu den Ansteckungsmöglichkeiten.

Ätiologie

Streptokokken befinden sich in den oberen Atemwegen eines jeden Menschen oder Tieres. Die bisher bekannten Serogruppen der Streptokokken sind A bis H und K bis V. Die Unterscheidung erfolgt aufgrund der Antigene in der Zellwand und ihrer Häufigkeit.

Am häufigsten treten Streptokokken der Gruppe A auf, gefolgt von C, G, B, D und F. Nach der im Labor bestimmten Hämolyse unterscheiden Mediziner alphahämolytische (unvollständige Hämolyse), betahämolytische (vollständige Hämolyse) und nicht-hämolytische Streptokokken. Erreger des Scharlach sind die betahämolytischen Streptokokken der Gruppe A.

Die Infektion erfolgt über Tröpfcheninfektion während des Redens, Lachens, Niesens, über kontaminierte Gegenstände und selten über die Verdauung.

Epidemiologie

Scharlach tritt teilweise als Epidemie vor allem unter Kindern auf. Besonders betroffen sind Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren. Dabei sind Jungen stärker betroffen als Mädchen.

In der Stadt tritt die Erkrankung vier- bis fünfmal häufiger auf als auf dem Land. Die Krankheit breitet sich vor allem in den Herbst-Winter-Monaten aus. Alle fünf bis sechs Jahre kommt es zu vielen Epidemien gleichzeitig. Infektionsquellen sind:

  • Patienten sind ab dem Ende der Inkubationszeit ansteckend. Während der Behandlung sind es noch ein bis zwei Tage. Erfolgt keine Behandlung erstreckt sich die Ansteckungsgefahr auf zehn Wochen.
  • Patienten mit Streptokokkenangina: Sie sind ansteckend, wenn die Ursache der Angina ein betahämolytischer Streptokokkenstamm ist, die das Toxin ausscheiden.
  • Patienten mit betahämolytischen Streptokokken: Etwa 20 Prozent der Bevölkerung tragen betahämolytische Streptokokken unbemerkt in ihrem Mundraum, ohne dass es zum Ausbruch der Scharlacherkrankung kommt.

In den Atemwegen vervielfachen sich die Streptokokken und verursachen eine lokale Angina im Hals, wobei das Toxin austritt, das den typischen Hautausschlag verursacht. Nach der Erkrankung bleibt ein Antitoxin-Antikörper zurück und sorgt für eine dauerhafte Immunität.

Anzeichen beim Auftreten der Krankheit

Nach zwei bis vier Tagen Inkubationszeit treten Fieber, allgemeinem Unwohlsein, Erbrechen und einer Entzündung im Rachenraum auf. Das Fieber steigt auf 39-40 Grad Celsius. Begleiterscheinung sind häufig Tachypnoe und Tachykardie sowie Krampfanfälle bei Kindern im Säuglings- und Kleinkindalter.

Betroffene Kinder oder Erwachsene die an einer akuten Streptokokken-Infektion leiden und nicht behandelt werden sind fast über den gesamten Krankheitszeitraum von bis zu 3 Wochen ansteckend.

Wenn die Infektion stark eitrig verläuft kann die Ansteckungsgefahr für andere Personen durch den eitrigen Ausfluß noch höher und länger sein. Wenn sofort nach Auftreten der ersten Symptome eine wirksamen Therapie mit Antibiotika begonnen wird, besteht eine Ansteckungsgefahr nur in den ersten 24 Stunden.

Äußerlich treten eine erythematöse Angina (rote Kehle) und eine zervikale Lymphadenopathie (Schwellung der Lymphknoten) auf. In der Weiterentwicklung von Scharlach sind weiße Belege auf der Zunge zu beobachten. Die Belege lösen sich im Verlauf und die Zunge wird tiefrot mit hervortretenden Geschmacksknospen. Das ist die sogenannte Erdbeerzunge.

Symptome während der Erkrankung

24 bis 48 Stunden nach der Infektion entsteht ein Ausschlag mit roten, kleinen Pusteln, die sich vor allem an Achseln und Leisten ausbreiten. Sie befallen teilweise auch den ganzen Körper, nur der Bereich um den Mund bleibt frei.

Um den Mund ist eine Blässe zu sehen, die den Namen Milchbart trägt. Nach 14 Tagen schuppt sich die Haut an den Fingern und Zehen. In seltenen Fällen kommt es nach der Rekonvaleszenz zu rheumatischem Fieber und Post-Streptokokken-Glomerulonephritis.

Diagnose

Der Verdacht auf eine Infektion ist gegeben, wenn der charakteristische Hautausschlag zu sehen ist, außerdem Fieberschübe und Angina Pectoris vorliegen. Zum Nachweis von Scharlach lässt der Mediziner einige Labortests durchführen:

  1. Labortests, um das biologische Entzündungssyndrom nachzuweisen;
  2.  bakteriologische Tests zum Nachweis der betahämolytischen Streptokokken;
  3. und serologische Tests.

Behandlung

Für die Behandlung von Scharlach ist es typisch, dass der Patient etwa sieben bis zehn Tage zur Isolierung und Behandlung ins Krankenhaus kommt.

Sieben bis zehn Tage hält der Patient Bettruhe. 14-21 Tage bleibt er in Isolation zu Hause. 30 Tage überwacht der Hausarzt den Verlauf der Krankheit, um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

Nach Ablauf der 30 Tage nimmt der Arzt einen Rachenabstrich und lässt eine Urinanalyse durchführen. Sind beide unauffällig, gilt der Patient als geheilt.

Zur Behandlung verschreibt der Arzt ein Antibiotikum (Penicillin/Erythromycin) und ein Antipyretikum (Aspirin/Paracetamol). Das Antibiotikum nimmt der Patient auch nach seinem Krankenhausaufenthalt zehn Tage lang oder bis zum Ende der Entzündung.

Präventionsmaßnahmen

Es erfolgt die regelmäßige Desinfektion des Bettes des Patienten im Krankenhaus oder zu Hause. So breitet sich die Krankheit nicht weiter aus. Alle, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten (Familienmitglieder, Kollegen, Freunde), stehen für zehn Tage unter klinischer Beobachtung. Gesundheitserziehung von Kindern und Mitarbeitern in Kindergärten und Schulen sind wichtige Präventionsmaßnahmen.

Ihre Aufklärung deckt die möglichen Übertragungswege sowie Risiken auf. Erkennt ein Arzt eine Erkrankung mit betahämolytischen Streptokokken, behandelt er sofort mit Gabe von Penicillin über zehn Tage.

Bei einer Epidemie führen Mediziner epidemiologische Untersuchungen durch, um Daten zur Forschung zu erfassen. Wichtig sind dabei die Quelle der Infektion, die betroffenen Patienten und die Patientenkontakte.

Scharlach ohne Symptome

  • Unter der europäischen Bevölkerung gibt es eine Vielzahl von Menschen die als gesunde Keimträger die Streptokokken Bakterien tragen aber keine Symptome haben. Diese Betroffenen haben meist einen Bakterienbefall im Rachenbereich und können andere Menschen anstecken. Sie erkranken dabei selber nicht, bzw. haben keine nach aussen sichtbare Symptome.

Charakteristische Symptome

Eine Infektion des Rachens beginnt meist mit Halsschmerzen, dazu kommt in der Anfangsphase leichtes Fieber und grippeartige Symptome wie Schüttelfrost und Krankheitsgefühl.

Bei Kindern können Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen hinzukommen. Die Patienten entwickeln meist auch eine ausgeprägte Mandelentzündung. weiterlesen: Symptome

Hochinfektiöse Streptokkoken Erreger

Scharlach ist hochansteckend und das auch schon bevor die Infektion überhaupt bemerkt wird. Schon kleinste Tröpfchen Körperflüssigkeiten können zu einer Ansteckung führen.

Lindernde Maßnahmen gegen den Juckreiz

Zu den Symptomen  zählt ein juckender Ausschlag, den Betroffene vielseitig behandeln. Ein Arzt empfiehlt bei den ersten Anzeichen eines Ausschlags, mit der Behandlung sofort zu beginnen. Obwohl der Juckreiz nachlässt, sofern der Patient Antibiotika einnimmt, sind kurzfristige Entlastungen in Form von oral zu verabreichenden Antihistaminika wie Diphenhydramin und Clemastinfumarat hilfreich.

Zu den wirkungsvollen Mitteln gegen Juckreiz beim Ausschlag gehört die Galmei-Lotion. Selten tritt eine allergische Reaktion nach der Einnahme auf. Liegt eine Allergie vor, entstehen lokalisierte Schwellungen oder verschärfter Hautausschlag. Unter den Umständen wendet der Patient die Galmei-Lotion auf kleine Flächen und nur bei Bedarf an. Zu den einfachen Möglichkeiten, um den Juckreiz zu lindern, gehört, ein warmes Bad zu nehmen oder eine kalte Kompresse auf die betroffene Stelle zu legen.

Es ist am wichtigsten, am Ausschlag nicht zu kratzen. Missachten Patienten diesen Rat, laufen sie Gefahr, dass sich ihr Leiden auf lange Sicht verschlimmert. Es hilft, juckende Stoffe wie Wolle zu vermeiden. Um einen übermäßigen Ausschlag zu verhindern, meidet der Patient die Sonne.

Schwangere achten auf ihre und des Babys Gesundheit

Werdende Mütter achten für sich und ihr Baby auf die Symptome von Scarlatina und ergreifen Vorsichtsmaßnahmen. Schwangere Frauen halten sich fern von jedem, dem ein Arzt Scharlach diagnostizierte oder bei dem Anzeichen dieser Krankheit existieren. Es gibt derzeit keine Beweise für die Weitergabe der Krankheit an das ungeborene Kind. Wissenschaftler schließen dies nicht aus. Eine schwangere Frau, die glaubt, unter der Infektion zu leiden, sucht umgehend einen Arzt auf, um eine sofortige Behandlung zu erhalten.

Hohe Körpertemperaturen, die die Krankheit begleiten, ist die größte Sorge für schwangere Frauen, vor allem, sofern dies früh in der Schwangerschaft auftritt. Hohe Temperaturen rufen bestimmte Geburtsschäden hervor. Das Fieber ist für einen Fötus ungesund. Weitere seltene Risiken entstehen durch Blutinfektionen die eine Folge der unbehandelten Krankheit sind. Eine rechtzeitige Behandlung der Infektionskrankheit vermeidet derartige Risiken und Komplikationen.

Streptokokken Bakterien als Krankheitsursache

Streptokokken Bakterien sind Schleimhautparasiten und führen zur toxischen Infektion des Rachens und der Haut.  Streptokokken treten weltweit auf und zählen zu den häufigsten Verursachern von Hals-Rachen-Mandelentzündungen und Scharlach.

Da die Bakterien Infektion keine Immunität herbeiführt kommt es zu immer wiederkehrenden Infektionen.

Streptokokken gehören zu Bakterien die fast auf jedem Menschen vorkommen und Ihren natürlichen Lebensraum auf der Haut und im Darm des Menschen haben ohne unweigerlich Erkrankungen hervorzurufen. Wenn das Immunsystem des Menschen intakt ist kann dieses vor dem Eindringen den Bakterien in sensible Bereiche schützen.

Streptokokken führen dann zu Erkrankungen wenn Sie in Bereiche eindringen in denen das Immunsystem Sie nicht kontrollieren kann. Mundschleimhäute und Magen-Darmschleimhäute zählen zu diesen sensiblen Bereichen in denen die Bakterien Krankheiten verursachen. Bis zu 20% der Bevölkerung leidet in der kalten Jahreszeit unter Streptokokken Erkrankungen. weiterlesen: Streptokokken


scharlach-bei-kindernMandelentzündung bei Kindern:

Zu den zwanzig häufigsten Beratungsanlässen in allgemein-medizinischen Arztpraxen gehört unter anderem die Tonsillitis, die Entzündung der Mandeln durch Bakterien – besser bekannt unter dem Begriff Mandelentzündung.