Scharlach Komplikationen

Folgeerkrankungen bei Scharlach im Überblick:

Scharlach (Streptococcus pyogenes) führt gelegentlich zu Komplikationen. Gefürchtete Scharlach-Komplikationen sind vor allem Streptokokken-Nacherkrankungen zu denen das bekannte rheumatische Fieber gehört sowie das Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrome..

Cancer cells - 3d RenderingDas rheumatische Fieber ist eine Spät-Manifestation des Scharlachs, welches in den Industrieländern in der Regel zwischen dem sechsten und dem 23. Lebensjahr auftritt.

Komplikationen von Scharlach während und nach dem Krankheits-Verlauf

Komplikationen nach Scharlach treten heute weniger häufig auf. Bei nicht ausgeheilter Krankheit gelangen Streptokokken in die Blutbahnen und siedeln sich an diversen Stellen im Körper an. Die Behandlung mit Penicillin ist grundsätzlich erfolgreich und sorgt für eine umfassende Heilung. Trotzdem kommt es vor, dass die Bakterien verschiedene Organe in Mitleidenschaft ziehen.

Übersicht der Komplikationen nach einer Scharlach-Erkrankung

Die Streptokokken-Infektion Scharlach bewirkt diverse Komplikationen während und nach der Krankheit. Der Transport der Erreger in den Blutbahnen führt zu Vereiterung an verschiedenen Stellen im Körper. Eine Autoimmun-Reaktion löst das rheumatische Fieber aus, das die Organe angreift. Seine späte Manifestation bewirkt bei Kindern neuropsychiatrische Erkrankungen. Toxische Reaktionen während der ersten Krankheitswoche haben leichte bis schwere Symptome zur Folge, die bis zum Organ-Versagen reichen.

 

Scharlach bewirkt Vereiterung diverser Organe

Bei ungenügender Ausheilung von Scharlach sind Komplikationen möglich. Verbleibende Streptokokken bewirken Vereiterungen. Sie treten im Zeitraum von bis zu drei Wochen nach der Krankheit auf. Dazu gehören:

  • Mittelohr-Entzündung,
  • Blutvergiftung (Streptokokken-Sepsis),
  • Abszess-Bildung,
  • Lungen-Entzündung,
  • Nasennebenhöhlen-Entzündung.

 

Die Blutbahnen transportieren die Erreger durch den Körper zu den Organen. Sind sie in großer Anzahl vorhanden, führen Sie zur Vereiterung. Ohr, Nasen-Nebenhöhlen und Mandeln sind nach Scharlach von der Komplikation besonders betroffen. Eitrige Abszesse bilden sich in einigen Fällen am Knochenmark, im Gehirn oder an Gelenken. Eine ausgeprägte Vereiterung des Rachens hat die Überschwemmung der Blutbahn mit Bakterien-Giften zur Folge. Die Konsequenz daraus ist eine Blut-Vergiftung.

 

Rheumatisches Fieber: eine Autoimmun-Reaktion als Folge von Scharlach

Die Infektion löst in bestimmten Fällen eine Autoimmun-Reaktion aus. Im Blut bilden sich während des Scharlachs Antikörper gegen die Bakterien. Diese binden sich anstatt an die Streptokokken an körpereigene Strukturen. Diese Komplikation von Scharlach löst folgende Erkrankungen aus:

  • Beeinträchtigung der Nieren-Funktion,
  • Gelenk-Entzündungen,
  • Herzmuskel-Entzündung.

Das rheumatische Fieber manifestiert sich nach einer Latenz-Zeit von drei Wochen. Eine Person auf 5.000 Scharlach-Patienten ist davon betroffen.

Schmerzen an Knie- und Sprunggelenken sowie erhöhte Körper-Temperatur und Abgeschlagenheit sind deutliche Symptome des rheumatischen Fiebers. Extreme Berührungs-Empfindlichkeit und Gliederschmerzen treten begleitend in Erscheinung. Bei Kindern sind als Komplikation nach Scharlach oft Herzmuskel und Herzklappen entzündet.

Komplexe von Antigen und Antikörper lagern sich in den Nieren-Körperchen ab und schränken damit die Funktion der Nieren ein. Nachlassende Harn-Produktion, dunkler und schäumender Urin sowie Wasser-Einlagerungen im Körper sind Symptome der Poststreptokokken-Glomerulonephritis. Sie ist ebenfalls Konsequenz des rheumatischen Fiebers.

Eine weitere Folge des Scharlachs sind Haut-Entzündungen. Sie treten in Form von Erythema nodosum und Erythema anularerheumaticum auf. Erstgenanntes bezeichnet eine Entzündung der Haut am Schienbein. Schmerzen und rote Punkte sind ihre charakteristischen Symptome. Das Erythema anularerheumaticum erscheint als blau-roter Ring am Rumpf.

 

Durch Scharlach ausgelöste neuropsychiatrische Erkrankungen bei Kindern

Bei Kindern treten als Folge des rheumatischen Fiebers Beeinträchtigungen des Gehirns auf. Bei Chorea Minor greift es dieses an und bewirkt Muskelschwäche, Grimassieren sowie Schluck- und Sprachstörungen.

Als Komplikation einer Scharlach-Erkrankung bemerken Eltern bei Kindern ausfahrende und unwillkürliche Bewegungen. Das PANDA-Syndrom ist ebenfalls eine Folge von Scharlach. Das Akronym PANDA steht für den englischen Ausdruck Pediatric Autoimmune Neuropsychiatric Disorder Associated with Streptococcial Infections. Es äußert sich durch Zwangs- und Motorik-Störungen sowie Verhaltens-Änderungen.

Das Tourette-Syndrom tritt ebenfalls als Spätfolge einer Scharlach-Erkrankung auf. Tics (nervöse Zuckungen) sind das leitende Symptom dieser Krankheit. Ungewollte verbale Äußerungen und Ausrufe fallen als weitere Anzeichen auf.

 

Komplikationen während des Krankheitsverlaufs

Streptokokken produzieren Scharlach-Toxine. Bei hoher Konzentration leidet der Patient in der ersten Krankheitswoche unter hohem Fieber, Erbrechen und Durchfall. Blutungen der Haut, Krämpfe, Bewusstlosigkeit sowie Schock und Kreislauf-Kollaps sind Auswirkungen einer schweren toxischen Reaktion.

Das STSS, Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrome, führt schlimmstenfalls zu einem multiplen Organ-Versagen und damit zum Tod. Die Antibiotika-Therapie ermöglicht in den meisten Fällen eine umfassende Heilung von Scharlach. Deshalb treten toxische Reaktionen heutzutage selten als Komplikation nach einer Scharlach-Erkrankung auf.

 

Komplikationen sind ernst zu nehmende Folge-Erkrankungen

Bei Scharlach treten diverse Nebenwirkungen auf: Vereiterungen im Rachen führen zu einer Sepsis. Das rheumatische Fieber hat Auswirkungen auf die Gelenke und löst bei Kindern neuropsychiatrische Erkrankungen aus. Sie treten in vielen Fällen einige Wochen nach dem Scharlach auf. Während der Krankheit besteht die Gefahr einer toxischen Reaktion. Die Behandlung mit Antibiotika ist in der Regel wirksam und Folge-Erkrankungen bleiben aus.

 

weiterführend:

http://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/scharlach/moegliche-komplikationen.html

 

 

Scharlach-Komplikationen: die akute Poststreptokokken-Glomerulonephrititis

Die akute Glomerulonephretitis (Entzündung der Nierenkörperchen) tritt ein bis drei Wochen nach dem Streptokokken-Infekt auf. Als Symptome zeigen sich:

  • eine morgendliche Schwellung der Augenlider,
  • Kopfschmerzen,
  • Rückenschmerzen,
  • allgemeines Krankheits-Gefühl,
  • Harnverhalten,
  • schäumender rötlich-brauner Urin,
  • erhöhter Blutdruck,
  • Wasser-Einlagerungen.

Die Symptome der Poststreptokokken-Glomerulonephrititis dauern wenige Tage bis Wochen an. Mehr als 90 Prozent der Fälle berichten über eine spontane und folgenlose Heilung. Die Hälfte der Patienten ist von einem asymptomatischen Verlauf ohne Beeinträchtigungen der Person betroffen. Bleibende Schäden betreffen überwiegend Erwachsene.

 

Die toxischen Scharlach-Komplikationen

Kommt es zu toxischen Komplikationen trifft dies in der Regel in der ersten Krankheitswoche zu. In diesem Zeitraum befinden sich sehr viele Scharlachtoxine im Körper des Erkrankten. Die Patienten reagieren darauf mit sehr hohem Fieber (Hyperpyrexie), das über 41 Grad Celsius ansteigt. Zudem plagen sie Erbrechen und Durchfall. Schwerere Verläufe kennzeichnen Krämpfe, Blutungen der Haut und Schleimhäute und Kreislaufkollaps. Selten kommt es zu einem Streptokokken-bedingten toxischen Schocksyndrom (STSS oder TSLS). Die Folge ist ein mögliches Versagen multipler Organe. Diese Art der Scharlach-Komplikationen führt laut dem Robert-Koch-Institut in einem Drittel der Fälle zum Tode.

 

Die Scharlach-Komplikationen zusammengefasst

Nasennebenhöhlen-Entzündungen (Sinusitis), Mittelohr-Entzündungen (Otitis media) und die Lungenentzündung (Pneumonie) sind bekannte Neben-Erkrankungen der Streptokokken-Infektion. Als weitere Komplikationen kommen toxische oder neuropsychiatrische Störungen in Betracht. Beispiele dafür sind das unter Umständen tödlich verlaufende toxische Schocksyndrom (STSS) sowie die das Gehirn betreffenden Erkrankungen „Chorea minor“, das PANDA-Syndrom und das Tourette-Syndrom. Des Weiteren besteht die Möglichkeit des Auftretens einer Sepsis (Blutvergiftung) durch eine ausgeprägte Vereiterung des Rachens.

 

weiter Fachinformtionen:

http://www.praxis-breitenberger.de/medizinische-beratung/streptokokken-angina-und-scharlach/

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