Poststreptokokken-Glomerulonephritis

Eine Poststreptokokken-Glomerulonephritis stellt eine schwere akute Entzündung der Nierenkörperchen beider Nieren nach einer Streptokokken-Infektion dar. Bei Patienten in jungen Jahren stehen die Chancen gut, dass die Erkrankung vollständig abklingt; bei Erwachsenen bleiben häufiger Schäden zurück.

Niereninfektion

Poststreptokokken-Glomerulonephritis: Ursachen und Symptome

Die Gefahr der Erkrankung mit Poststreptokokken-Glomerulonephritis liegt in dem Umstand, dass sie stets beide Nieren betrifft. Die Nierenentzündung führt nicht in wenigen Fällen zum chronischen Nierenversagen. Daher beobachten Patient und Arzt die Symptome genau.

Bei der akuten Form der Poststreptokokken-Glomerulonephritis entstehen Ödeme in der Regel im Gesicht. Der Patient fühlt sich krank mit Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber. Im Urin findet sich Blut oder Schaum. Der Patient empfindet Schmerzen im Rückenbereich auf Höhe der Taille oder Lendenregion. Außerdem leidet er unter erhöhtem Blutdruck.

Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis: dringender Arztbesuch?

In den nächsten Tagen geht der Patient zum Arzt, wenn der Appetit nachlässt und er unter häufiger Übelkeit leidet. Auch starker Juckreiz am gesamten Körper spielt dabei eine Rolle.

Wacht er mit einem geschwollenen Gesicht auf und sieht Blut in seinem Urin, sucht er ihn am selben Tag auf. Dazu kommt bei einer Poststreptokokken-Glomerulonephritis Fieber, obwohl der Patient die Infektion mit den Streptokokken überwand. Des Weiteren empfindet er Schmerzen in der Nierengegend. Bei den letzten Symptomen begibt sich der Patient sofort zum Arzt.

 

Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis: Wie entsteht die Krankheit?

Abwehrzellen aus dem Immunsystem des Körpers patrouillieren im Blut eines Menschen. Sie identifizieren Erreger von Krankheiten und leiten das Bilden von Antikörpern ein. Der Blutstrom schwemmt diese Antikörper in die Nieren. Bei einer Glomerulonephritis setzen sie sich in den Nierenkörperchen fest und lösen die Entzündung aus.

Bei der Poststreptokokken-Glomerulonephritis handelt es sich um eine Immunkomplexnephritis. Sie tritt nach einer Infektion mit Streptokokken der Gruppe A wie bei Scharlach auf. Wenige Wochen nach der erfolgreich überstandenen Infektion kommt es zu Symptomen einer akuten Glomerulonephritis.

Neben der Poststreptokokken-Glomerulonephritis gibt es die seltenere und aggressivere, rasch progrediente Glomerulonephritis. Sie zählt ebenfalls zu der akuten Form der Erkrankung und befällt in erster Linie Menschen, die an rheumatologischen Erkrankungen leiden. Diese Form führt in wenigen Monaten zum Nierenversagen.

Die chronische Glomerulonephritis bleibt im Gegensatz zur akuten Poststreptokokken-Glomerulonephritis in der Regel unentdeckt, da sie sich schleichend entwickelt. In wenigen Ausnahmefällen leiden die Betroffenen erst an einer akuten Erkrankung. In vielen Fällen liegen die Ursachen nicht auf der Hand. Über einen langen Zeitraum leiden die Patienten an allgemeinen und milden Symptomen.

Die Diagnose stellt ein Arzt in der Regel zufällig nach einer Urin-Routineuntersuchung, wenn er darin Blut oder Eiweiß feststellt. Die chronische Form behandelt der Arzt im Gegensatz zur Poststreptokokken-Glomerulonephritis nicht erfolgreich. Den Patienten führt sie zur Dialyse.

 

Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis: Untersuchung und Therapie

Mit ihren typischen Beschwerden erkennt ein Arzt oder geschulter Patient eine Poststreptokokken-Glomerulonephritis rechtzeitig.

Außerdem befinden sich Eiweiße und kleine Mengen Blut im Urin des Betroffenen, die auf die Erkrankung hinweist. Bei Blutuntersuchungen stellt der Arzt eine überwundene Streptokokken-Infektion fest. Des Weiteren führt er eine Nierenbiopsie durch. Die Nierenbiopsie erscheint bei größeren Eiweißverlusten über 2.000 Mikrogramm pro Tag und bei hohen Kreatinin-Werten besonders notwendig.

Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis behandelt der Arzt wie alle anderen Formen mit dem Verordnen von körperlicher Schonung und eiweißarmer Kost. Im Fall von Ödemen kommen eine salzarme Diät und entwässernde Medikamente zum Einsatz. Bei Bluthochdruck verschreibt der Arzt bluthochdrucksenkende Medikamente. Lag eine Infektion mit Streptokokken vor, bekommt der Patient das Antibiotikum Penizillin oder Cefalosporin.

Die Poststreptokokken-Glomerulonephritis: die Prognose

Erwachsene Patienten mit einer akuten Poststreptokokken-Glomerulonephritis gesunden zu 50 bis 75 Prozent vollständig. Für Kinder gibt es mit 90 Prozent sehr gute Aussichten, dass die Erkrankung abklingt. Im Gegenteil zur chronischen Glomerulonephritis geht von dieser Form keine große Gefahr aus.

Eine Poststreptokokken-Glomerulonephritis stellt eine Entzündung der Nierenkörperchen dar, die aufgrund einer Streptokokken-Infektion entsteht. Über das Blut gelangen Antikörper in die Nieren und verursachen die Entzündung. Bei Blut oder Schaum im Urin kontaktiert ein Patient sofort einen Arzt für eine gründliche Untersuchung.

 

veröffentlicht am 22.04.2014 von  Anna Nilsson,

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