Scharlach ohne Fieber

Infektion ohne Fieber Symptome 

Die bekannte Kinderkrankheit Scharlach löst neben einer Entzündung im Rachen Begleiterscheinungen wie Fieber, Ausschlag sowie eine rot belegte Zunge aus. Vereinzelt bleiben die Symptome aus – die Erkrankung verläuft beispielsweise ohne Anstieg der Körpertemperatur.

ohne Fieber

Die durch Streptokokken ausgelöste und hauptsächlich unter Kindern verbreitete Krankheit Scharlach geht mit einer Reihe typischer Symptome einher. Nach der Inkubationszeit von zwei bis vier Tagen treten folgende Begleiterscheinungen auf:

  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • Erbrechen,
  • Entzündung des Rachens (Pharyngitis) oder der Mandeln,
  • Bauch- und Kopfschmerzen,
  • roter Ausschlag, bevorzugt an den Leisten und unter den Achseln,
  • roter Belag auf der Zunge.

Insbesondere der rote Belag der Zunge und der Ausschlag in Kombination mit Fieber sprechen beim Auftreten der Symptome für Scharlach. Allerdings handelt es sich hierbei um typische, nicht jedoch um zwingende Begleiterscheinungen der Kinderkrankheit. Einzig die Rachenentzündung oder die Entzündung der Mandeln (sofern vorhanden) zeigen sich jedes Mal.

Ansonsten variiert der Verlauf der Krankheit. Während einige Patienten über starke Schmerzen klagen, spüren andere leichte Beschwerden. Dasselbe gilt für das Fieber, welches manchmal stark ansteigt oder ausbleibt. Es handelt sich dann um Scharlach ohne Fieber.

Ausbleiben des Fiebers erschwert Diagnose

Das Auftreten von Scharlach ohne Fieber, Ausschlag oder roter Zunge stellt Einzelfälle dar. Häufig erkennen die Betroffenen in dieser Situation die Krankheit aus diesem Grund nicht als Scharlach. Das gilt als problematisch, da sich die Erreger der ansteckenden Erkrankung verbreiten.

 

Besteht aufgrund der restlichen Symptome der Verdacht auf Scharlach ohne Fieber führt der Arzt zur sicheren Diagnose einen Abstrich des Rachens durch. Der Abstrich fällt auch bei anderen durch Streptokokken ausgelöste Krankheiten positiv aus.

Nach der Diagnose leitet der Arzt die Behandlung mit Penicillin ein. Da bei nicht behandelten Erkrankungen an Scharlach die Gefahr von späteren Komplikationen droht, dauert die Behandlung rund zehn Tage. Im Fall einer Allergie gegen Penicillin existieren geeignete Alternativen. Die Alternativen gehören zu den Makrolid-Antibiotika. Hierbei handelt es sich um eine Antibiotikaklasse, die sich für zahlreiche im Atemtrakt ansässige bakterielle Infektionen eignet.

 

Therapie von Scharlach mit Penicillin

Außerdem umfasst die Behandlung Maßnahmen, um die Begleiterscheinungen von Scharlach zu lindern. Bei Scharlach ohne Fieber fallen fiebersenkende Medikamente weg. Stattdessen erhalten die Patienten Arzneimittel wie schmerzstillende Tabletten. Ferner empfehlen Experten das Gurgeln, um Beschwerden beim Schlucken entgegen zu wirken.

Im Übrigen befällt Scharlach nicht ausschließlich Kinder. Zwar stellen Kinder den Großteil der Patienten dar, dennoch handelt es sich bei 25 Prozent der Betroffenen um Erwachsene. Dort kommt ein Ausbleiben der Symptome häufiger vor. Deshalb halten die Erwachsenen bei einer milden Form von Scharlach ohne Fieber die Krankheit möglicherweise für eine Halsentzündung.

 

Unbemerkte Infektion: Komplikationen drohen

Besagte Fehleinschätzung geht mit einem gravierenden Risiko einher. Gelangen die Erreger in die Organe oder in das Blut, drohen schwerwiegende Komplikationen. Eine unbehandelte Scharlachinfektion endet im schlimmsten Fall tödlich. Die Spätfolgen treten erst Wochen nach dem Abklingen der Erstsymptome auf. Unter ihnen befinden sich Gelenkbeschwerden, rheumatisches Fieber, Lungenentzündungen oder Schäden an den Nieren. Vereitert der Rachen infolge der Entzündung, droht zudem eine Blutvergiftung.

Zusammengefasst verläuft eine Erkrankung an Scharlach häufig mit den typischen Symptomen wie Fieber, roter Zunge und Ausschlag. In Einzelfällen bleiben einige der Begleiterscheinungen aus. Eine Entzündung im Rachen oder an den Mandeln gehört dagegen immer zu den Krankheitszeichen.

 

veröffentlicht  von  Anna Nilsson,

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