Streptokokken

Streptokokken

Streptokokken als Auslöser unterschiedlichster Erkrankungen, die kettenförmig oder paarweise aneinandergereihten Bakterien namens Streptokokken gelten als Auslöser unterschiedlicher Krankheiten wie Scharlach und Mandelentzündung.

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Viele der Streptokokken gehören zur normalen Bakterienflora des Menschen und gelten als harmlos. Bei einer Schwächung des Immunsystems können besagte Bakterien mitunter schwere Erkrankungen verursachen.

Darüber hinaus finden besondere Arten der Streptokokken, die Milchsäure produzieren können, auch in der Lebensmittelindustrie Verwendung, beispielsweise bei der Herstellung von Quark oder Joghurt.

Vorkommen und Klassifizierung der Streptokokken

In der Mund- und Rachenflora des Menschen lässt sich über Labortests die Besiedelung mit Streptokokken nachweisen.

Durch das Immunsystem ist deren Anzahl begrenzt, sodass über die Bakterien ausgelöste Infektionen eigentlich vermieden werden. Auch auf der Haut, im Darm sowie bei einigen Frauen in der Scheide treten die in unterschiedlichen Formen und Serotypen möglichen Streptokokken auf.

Unterteilt werden die verschiedenen Arten der Streptokokken über die Fähigkeit zur Auflösung von roten Blutkörperchen, der sogenannten Hämolyse. Dadurch ergeben sich alpha-, beta- sowie gamma-hämolysierende Bakterien. Alternativ wird die Lancefield-Klassifikation verwendet, die über 20 verschiedene Streptokokken-Gruppen anhand der Wandstruktur differenziert.

Infektionsweise und mögliche Krankheiten

Trotz der Tatsache, dass Streptokokken Bestandteile der normalen Bakterienflora des Menschen sind, lösen diese mitunter diverse Krankheiten aus.

Dies geschieht in der Regel durch die Übertragung neuer Serotypen mittels Tröpfcheninfektion, gegenüber denen noch keine Immunität entwickelt wurde. Da sich die Bakterien zudem auf der Haut ansiedeln, besteht ferner die Gefahr einer Schmierinfektion über Berührung. Begünstig wird eine Streptokokken-Infektion und der Ausbruch einer Krankheit durch ein infolge zusätzlicher Erkrankungen geschwächtes Immunsystem.

Häufig verursachen Streptokokken beim Menschen eitrige Infektionen, die sich über größere Flächen ausbreiten können. Zu den durch Streptokokken ausgelösten Erkrankungen gehören neben dem bereits angesprochenen Scharlach sowie der Mandelentzündung unter anderem die:

  •         Lungenentzündung,
  •         Meningitis (Entzündung der Hirnhaut),
  •         Bindegewebsentzündung,
  •         Mittelohrentzündung,
  •         Eiterflechte,
  •         Endokarditis (Herzinnenhautentzündung),
  •         Wundrose.

Streptokokken gelten ferner als Auslöser bakteriellen Zahnbelags und Karies. Deshalb steigt bei einem geschwächten Immunsystem das Risiko, an Karies zu erkranken.

Darüber hinaus kann eine Streptokokken-Infektion eine Blutvergiftung verursachen, indem die Bakterien in die Blutbahn geraten. Diese Gefahr besteht etwa bei Operationen oder nach einer Verletzung. Eine Blutvergiftung gilt als lebensbedrohliche Entzündungsreaktion, weshalb umgehend Handlungsbedarf besteht.

Streptokokken  Behandlung mit Antibiotika

Eine durch Streptokokken ausgelöste Erkrankung bedarf bei akutem Verlauf der ärztlichen Behandlung. Folgerichtig ist bei starken Entzündungsreaktionen, die vor allem mit (hohem) Fieber einhergehen, ein Arzt hinzuzuziehen.

Dasselbe gilt bei eitrigen Bläschen, Ohrenschmerzen (Verdacht auf Mittelohrentzündung) und Kopfschmerzen mit steifem Nacken (potenzieller Hinweis auf Hirnhautentzündung). In der Regel wird eine vom Arzt diagnostizierte Streptokokken-Infektion durch die Einnahme von Antibiotika behandelt. Meistens fällt dabei die Wahl auf Penicillin; lediglich wenn gegen Penicillin eine Allergie besteht oder dieses nicht ausreichend wirkt, wird auf Alternativen zurückgegriffen.

Streptokokken Behandlung

Konsequente Durchführung der Therapie zur Verhinderung von Folgeerkrankungen

Die begonnene Therapie mit Antibiotika ist konsequent über die vom Arzt verordnete Dauer durchzuführen, um mögliche Folgeerkrankungen durch Streptokokken zu vermeiden.

Zwar zeigen sich bereits nach kurzer Zeit deutliche Verbesserungen der Symptome, dennoch darf der Patient das Medikament nicht absetzen, andernfalls entwickeln die Streptokokken Resistenzen (Widerstandskräfte) gegen das Antibiotikum.

Streptokokken Folgeerkankungen

Folgeerkrankungen – zum Beispiel Nierenschäden oder rheumatisches Fieber – bei einer nicht korrekt zu Ende geführten Behandlung von Streptokokken treten typischerweise ein bis vier Wochen nach dem Abklingen der ersten Erkrankung auf. In den meisten Fällen ist die Therapie auf einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen angelegt. Daneben können zur Linderung von bestimmten Symptomen – wie etwa Fieber – zusätzliche Medikamente verabreicht werden.

Mehrfache Erkrankungen sind möglich

Nach einer erfolgreich behandelten Streptokokken-Infektion verfügt das Immunsystem über Antikörper für den entsprechenden Auslöser.

Allerdings existieren unterschiedliche Streptokokken-Arten sowie Serotypen, weshalb nach erstmaliger Erkrankung keine lebenslange körpereigene Immunität vorhanden ist, sondern weitere Infektionen möglich sind. Aus diesem Grund besteht beispielsweise die Gefahr einer mehrfachen Erkrankung an Scharlach. Eine Behandlung mit Antibiotika verhindert im Übrigen nicht den Aufbau einer Immunität gegenüber dem Auslöser; dies wäre nur bei einer vorbeugenden Therapie der Fall.

Mögliche Streptokokken-Infektion in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft bieten Ärzte unterschiedliche Tests an – so auch auf Streptokokken, insbesondere der Gruppe B. Durch einen Abstrich der sich an der Scheide befindenden Schleimhaut wird überprüft, ob sich dort besagte Bakterien angesiedelt haben; dies ist bei ungefähr 20 bis 30 Prozent der Schwangeren der Fall.

Im Schnitt wird dabei eines von 2.000 Neugeborenen während oder nach der Geburt infiziert, wobei folglich schwere Erkrankungen auftreten können. Die Empfehlung lautet aus diesem Grund, ab der 35. Schwangerschaftswoche einen entsprechenden Test durchführen zu lassen.

Eine frühere Untersuchung ist nicht empfehlenswert, da die Bakterien während der Schwangerschaft kommen, aber auch wieder gehen können. Die Krankenkassen empfehlen die besagten Tests auf Streptokokken, tragen dafür aber nicht die Kosten.

Ebenfalls Behandlung mit Antibiotika

Stellt der Arzt die Streptokokken-Besiedelung während der Schwangerschaft fest, trägt der Gynäkologe die Diagnose in den Mutterpass ein. Setzen die Wehen ein oder platzt die Fruchtblase, verabreicht das Krankenhauspersonal der Frau ein Antibiotikum.

Auf eine frühere Therapie wird in der Regel verzichtet, Ausnahme ist eine mögliche Frühgeburt. Nach der Geburt muss der behandelnde Arzt entscheiden, ob das Neugeborene Anzeichen einer möglichen Infektion mit Streptokokken zeigt – in diesem Fall wird die Behandlung mit Antibiotika fortgesetzt.

Krankheiten Überblick

Streptokokken Bakterien sind für eine Vielzahl von Krankheiten verantwortlich:

  • Tonsillitis / Mandelentzündung – Eitrige Infektionen des Rachen und Hals
  • Scharlach – Vergiftung des Körpes durch die Streptokokken Bakterien
  • Folgeerkrankung wie rheumatisches Fieber
  • Komplikation wie Organschäden/ Nierenschäden