Streptokokken Infektion (Streptococcus pyogenes)

Es existieren verschiedene Arten von Streptokokken- Bakterien und nicht alle sind gefährlich. Streptokokken finden sich im Darm, auf der Haut, im Mund- und Rachenraum sowie bei vielen Frauen in der Vagina. Menschen mit einem intakten Immunsystem haben von diesen Streptokokken-Gruppen nichts zu befürchten. A- Streptokokken lösen gefährliche Entzündungen aus, wie Mittelohr-, Nasennebenhöhlenentzündung und Scharlach. A- und D-Streptokokken infizieren die Atem- und Harnwege. Pneumokokken führen zu gefährlichen Lungen- oder Hirnhautentzündungen. Welche Streptokokken Symptome auftreten und wie eine Streptokokken Behandlung verläuft, erfahren Sie in diesem Artikel.

Erreger

Streptococcus pneumoniae © Tatiana Shepeleva – Fotolia.com


 

Was steckt hinter der Streptokokken-Infektion?

Streptokokken beschreiben eine bestimmte Gruppe von Bakterien, die sich in natürlicher und gesunder Form am menschlichen Körper ansiedeln. Oft finden Ärzte bei Kindern zufällig Streptokokken im Rachenraum. Allerdings stellt der Nachweis von Bakterien in erster Linie kein Krankheitsbild dar. Treten die Streptokokken vermehrt auf, entwickeln sich daraus schwerwiegende Erkrankungen. Der Name stammt aus der altgriechischen Sprache und steht für „Halskette“ und „Korn“. Die Namensherkunft bezieht sich auf die kettenartige Form, die die Bakterien einnehmen.

 

Streptokokken Symptome – charakteristische Merkmale

Die Streptokokken rufen in den unterschiedlichen Organen des Menschen verschiedene Krankheiten hervor. Aus diesem Grund hängt die eigentliche Symptomatik von der betroffenen Stelle ab. Allerdings folgen die Infektionen in der Regel einer gleichen Charakteristik. Diese Vereinheitlichung des Beschwerdebildes taugt nicht zur direkten Diagnosestellung. Anhand dieser Symptome ist es für den Mediziner möglich, einen Verdacht in die richtige Richtung zu erhalten.

Normalerweise existiert am Anfang einer Infektion ein Entzündungsherd. Wo dieser auftritt, hängt von den jeweiligen Streptokokken-Stämmen ab. Einige äußern sich durch:

  • eine Mittelohr- oder Nasennebenhöhlenentzündung,
  • Endokarditis,
  • Angina oder
  • Scharlach.

A-Streptokokken infizieren die oberen Atemwege und bilden die sogenannte Wundrose. D-Streptokokken führen häufig zu einer Nieren- oder Blasenentzündung. Pneumokokken zählen zu den gefährlichsten Erregern, weil sie die Lunge oder die Hirnhaut sowie das Bauchfell infizieren.

Weitere Symptome sind:

  • Absonderung von Eiter,
  • Schmerzen,
  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • allgemein reduzierter Zustand,
  • Krankheitsgefühl und
  • Schwächegefühl.

Bis auf die Absonderung von Eiter, ähneln die Symptome einer Grippe. Treten diese Streptokokken Symptome gemeinsam auf, ist es in jeder Hinsicht ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

Bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem gilt besondere Vorsicht. Eine unentdeckte Streptokokken-Infektion führt im schlimmsten Fall zu einer Sepsis. In diesem Fall gelangen die Bakterien in großer Anzahl in den Blutkreislauf. Dies verursacht nach kurzer Zeit einen infektiös-toxischen Schock, was zum Tod des Betroffenen führt. Patienten mit AIDS, Diabetes oder Herzerkrankungen erleiden diesen dramatischen Krankheitsverlauf, ohne die Begleitung eines Arztes.

 

Diagnose erstellen – Abstrich und Blutuntersuchung

Bevor es zu einer Streptokokken Behandlung kommt, stellt der Arzt eine Diagnose. Aufgrund der charakteristischen Streptokokken Symptome hegt der Arzt einen Verdacht auf eine Infektion. Lässt es die Situation zu, nimmt der Mediziner einen Abstrich. Andere Allgemeinmediziner setzen auf Blutuntersuchungen. Für diesen Zweck entnimmt Ihnen der Arzt eine kleine Blutprobe. Das Labor legt daraufhin eine eigene Blutkultur an, in der unter dem Mikroskop die Erreger sichtbar sind.

Allerdings ist eine geringe Anzahl von Streptokokken ganz natürlich und nichts Ungewöhnliches. Mit der Blutuntersuchung ist es möglich, festzustellen, ob der Patient bereits Antikörper gegen die Streptokokken-Erreger bildet. Finden sich zahlreiche Abwehrbakterien, ist dies ein eindeutiger Hinweis auf eine bestehende Streptokokken-Infektion.

Hinweis:

A-Streptokokken werden über Schmier- und Tröpfcheninfektionen übertragen. Verschiedene Krankheiten werden von dieser Streptokokken-Art ausgelöst, die hauptsächlich zu Infektionen der Haut und der oberen Atemwege führen. Ungefähr 10 bis 20 Prozent aller Kinder tragen A-Streptokokken in sich, ohne das Krankheiten auftreten. Streptococcus pyogenes befinden sich bei jedem Menschen auf der Schleimhaut- und Hautflora in geringer Anzahl.

A-Streptokokken ist eine Bakterienform, die ein kugelähnliches Aussehen aufweisen. Die heutige Bezeichnung ist auf den altgriechischen Begriff „Kokken“ zurückzuführen. Es existieren verschiedene Unterarten wie zum Beispiel Streptococcus salivarius oder Streptococcus pneumoniae. Streptokokken werden in erster Linie mit Erkrankungen verbunden, kommen jedoch auch auf gesunden Schleimhäuten vor.

A-Streptokokken siedeln sich im Nasenrachenraum, der Mundhöhle, dem Darm sowie in der weiblichen Scheide an. Bei einem gesunden Immunsystem ist die Anzahl dieser Bakterienform so gering, dass keine Krankheiten auftreten. Eine Schwächung des Immunsystems führt dazu, dass die harmlosen Bakterien aufgrund einer Vermehrung Erkrankungen auslösen.

 

Funktion der A-Streptokokken

Karies, der Albtraum aller Zahnärzte, wird ebenfalls von den sich in der Mundhöhle befindenden A-Streptokokken ausgelöst. Eine Schwächung des Immunsystems führt zu einer deutlichen Zunahme der Bakterienanzahl, was wiederum das Kariesrisiko ansteigen lässt. Studien haben ergeben, dass ungefähr jeder fünfte Mensch in seinem Rachenraum eine geringe Zahl Streptococcus pyogenes beherbergt. Aufgrund der geringen Bakterienanzahl treten keine der typischen Symptome für Halsbeschwerden auf.

Bei dem Auftreten einer Erkrankung, unabhängig ob Mandelentzündungen, Scharlach oder Co ist ein Schonen unumgänglich. Verlaufen Infektionen ohne eine Behandlung oder wird eine „normale“ Belastung zu früh ausgeübt, können ernsthafte Folgeschäden entstehen. So können sich dauerhafte Erkrankungen an Nieren, Herzmuskel und Herzklappen bilden. Das rheumatische Fieber kann ebenfalls bei akuten Streptokokken-Erkrankungen auftreten.

Hinweis:

Eine wiederholte Behandlung mit Antibiotika kann zu einer Resistenz der Bakterien führen, was eine effektive Behandlung erschwert. Tritt nach dem Behandlungsbeginn keine merkliche Besserung innerhalb von zwei bis drei Tagen ein, ist es ratsam, den behandelnden Arzt nochmals aufzusuchen.

Von Streptokokken ausgelöste Krankheiten

  • Infekte der Harnwege
  • Blutvergiftungen
  • Scharlach
  • Halsentzündungen
  • Blinddarmentzündungen
  • Hirnhautentzündungen
  • Lungenentzündungen
  • Mittelohrentzündungen
  • Wundinfektion
  • Wundrose (Erysipel)
  • Mandelentzündungen
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Kindbettfieber

Harnwegsinfektionen werden häufig von A-Streptokokken ausgelöst und äußern sich durch ein unangenehmes bis schmerzhaftes Brennen während des Wasserlassens. Zu den Erkrankungen der Harnwegsinfekten zählen Nierenbeckenentzündungen und Blasenentzündungen. Nehmen die Schmerzen beim Wasserlassen nicht ab oder kommen einseitige Schmerzen in dem Körperbereich der Nieren hinzu, ist es notwendig, unverzüglich den Hausarzt aufzusuchen.

Erkältungskrankheiten durch A-Streptokokken, die sich auf den Gehörgang ausdehnen, führen zu einer Entstehung von Mittelohrentzündungen. Eine Mittelohrentzündungen äußert sich durch starke Ohrenschmerzen, die zu Kopfschmerzen und Geräuschempfindlichkeit führen sowie durch Fieber. Um eine Verschlimmerung der Entzündung zu verhindern, ist es notwendig, eine medikamentöse Behandlung einzusetzen.

 

Streptokokken Behandlung – Therapie beim Arzt

Hegen Sie den Verdacht an einer Streptokokken-Infektion zu leiden, ist es notwendig, rasch einen Arzt aufzusuchen. Der Hausarzt oder ein Allgemeinmediziner dient als erste Anlaufstelle. Dieser überweist Sie, wenn es nötig ist, an einen Spezialisten. In der Regel nutzen Mediziner zur Streptokokken Behandlung Antibiotika, die die Bakterien abtöten. Das weitverbreitetste Antibiotikum ist das Penicillin.

Nicht alle Streptokokken geben sich durch das Antibiotikum geschlagen. Bestimmte Stämme entwickeln eine Resistenz, sodass diese Therapie nicht anschlägt. Deshalb legen Mediziner eine Bakterienkultur an. Im Labor untersuchen sie die Kultur auf eventuelle Resistenzen. Auf diese Weise erkennt der Arzt, welches Medikament die wirksamste Methode zur Streptokokken Behandlung darstellt.

Eine nicht oder nicht ausreichend behandelte Streptokokken-Infektion zieht im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen nach sich. Bestimmte Autoimmunkrankheiten sowie das akute rheumatische Fieber stehen mit den Streptokokken in Verbindung. Das Bakterium greift in Abhängigkeit des Fortschritts der Erkrankung auf andere Organe über. Nach einer Lungenentzündung folgt unbehandelt oft eine Hirnhautentzündung. Selbst ungeborene Kinder sind während der Schwangerschaft von Streptokokken gefährdet. Eine schnelle und vollständige Ausheilung unter der Aufsicht eines Arztes ist in jedem Fall, zu empfehlen.

 

Schmerzmildernde Maßnahmen und Operation

Eine Streptokokken-Infektion ist oft mit starken Schmerzen im betroffenen Bereich verbunden. Die Entzündungen schreiten ohne Behandlung ungehindert fort. Bei einer Mandel- oder Rachenschleimhaut- Entzündung hilft regelmäßiges Gurgeln mit einem kalten Salbeitee oder Salzwasser. Es lindert die Symptome und die Schmerzen im Hals. Eine große Aufnahme von Flüssigkeit verhindert eine Ausreizung der Schleimhäute. In bestimmten Fällen unterstützen desinfizierende Gurgellösungen die Genesung der Entzündung.

Bei einer chronischen und dauerhaft wiederkehrenden Mandelentzündung besteht die Möglichkeit, eine Operation in Erwägung zu ziehen. Bei der sogenannten Tonsillektomie entfernt der Chirurg die Mandeln. Ausschließlich auf diese Weise vermeiden Sie ein wiederholtes Auftreten einer Infektion an den Mandeln. Nach der Durchführung der OP ist es notwendig, den Rachenraum gezielt zu kühlen. Die beste Variante einen Kühleffekt herzustellen, ist das Essen von Speiseeis.

 

Ansteckungsrisiko bei einer Streptokokken-Infektion

Eine Infektion mit Streptokokken ist ansteckend. Aus diesem Grund bleiben betroffene Patienten während der Heilphase zu Hause. Ansonsten ist das Risiko hoch, die Erkrankung weiter zu verbreiten und andere Menschen anzustecken. Erfolgt keine antibiotische Behandlung, bleiben die Betroffenen über mehrere Wochen hoch ansteckend. Nach dem Beginn einer Antibiotika-Therapie stellt sich das Ansteckungsrisiko nach wenigen Tagen ein.

 

Vorbeugung einer Streptokokken-Infektion

Die Streptokokken stellen besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine große Gefahr dar. Das eigene Abwehrsystem des Körpers ist nicht in der Lage, die Bakterien vollständig zu eliminieren. Die beste Vorbeugung gegen eine Infektion ist eine gesunde Lebensweise. Eine angemessene Kombination aus einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßigem Sport verhilft Ihnen zu einem gesunden Wohlbefinden. Dies stärkt zusätzlich das Immunsystem und hilft diesem Erreger abzutöten.

Vermeiden Sie es, in direkten Kontakt mit infizierten Patienten zu treten. Kommt es zu einer Begegnung, treffen Sie Hygienemaßnahmen, um eine Übertragung vorzubeugen. Gelegentliches Händewaschen reduziert die Infektion mit einem Erreger. Gegen die Infektion von Streptococcus pneumoniae, Pneumokokken, existiert eine Impfung. Zu beachten ist, dass diese Impfung nicht gegen alle Streptokokken-Bakterien schützt.

 

A-Streptokokken

Lungenentzündungen, die von Bakterien wie den A-Streptokokken verursacht wurden, weisen Symptome wie einem quälenden Husten, Schüttelfrost und Fieber auf. Aufgrund der eingeschränkten Funktion der Lungen tritt eine verminderte Sauerstoffsättigung auf, was sich durch bläuliche Lippen äußert. Die wohl bekannteste auf Streptokokken zurückzuführenden Erkrankungen sind Scharlach und Angina (Halsentzündungen). Beide Erkrankungen weisen Symptome wie zum Beispiel Halsschmerzen und Fieber auf.

Ein rötlicher Ausschlag in der Leistengegend, der sich nach und nach über den ganzen Körper ausbreitet, ist typisch für Scharlach. Das Risiko von Folgeschäden macht eine Behandlung mit Hilfe von Antibiotika notwendig. Folgeschäden könnten zum Beispiel Hirnhautentzündungen, Nierenschäden und rheumatisches Fieber sein.

Empfundene Steifheit im Nacken und starke anhaltende Kopfschmerzen sowie Fieber machen einen sofortigen Besuch beim Hausarzt notwendig. Diese Symptome weisen auf eine durch Streptokokken verursachte Infektion hin. Diese Form der Infektion tritt nach Verletzungen und Operationen auf und kann bis hin zu einer Blutvergiftung führen.

Hinweis:

Die Unterart Streptococcus pneumoniae ( Pneumokokken) ist verantwortlich für die Entstehung von Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen. Eine regelmäßige Pneumokokken-Impfung verringert das Risiko einer Erkrankung.