A-Streptokokken (Streptococcus pyogenes)

A-Streptokokken werden über Schmier- und Tröpfcheninfektionen übertragen. Verschiedene Krankheiten werden von dieser Streptokokken-Art ausgelöst, die hauptsächlich zu Infektionen der Haut und der oberen Atemwege führen.

streptokokken

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Durch Verletzungen der Schleimhäute oder der Haut dringen die Bakterien ein und führen nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen zu einer Erkrankung.

Hinweis:

Ungefähr 10 bis 20 Prozent aller Kinder tragen A-Streptokokken in sich, ohne das Krankheiten auftreten. Streptococcus pyogenes befinden sich bei jedem Menschen auf der Schleimhaut- und Hautflora in geringer Anzahl.

A-Streptokokken ist eine Bakterienform, die ein kugelähnliches Aussehen aufweisen. Die heutige Bezeichnung ist auf den altgriechischen Begriff „Kokken“ zurückzuführen. Es existieren verschiedene Unterarten wie zum Beispiel Streptococcus salivarius oder Streptococcus pneumoniae. Streptokokken werden in erster Linie mit Erkrankungen verbunden, kommen jedoch auch auf gesunden Schleimhäuten vor.

A-Streptokokken siedeln sich im Nasenrachenraum, der Mundhöhle, dem Darm sowie in der weiblichen Scheide an. Bei einem gesunden Immunsystem ist die Anzahl dieser Bakterienform so gering, dass keine Krankheiten auftreten. Eine Schwächung des Immunsystems führt dazu, dass die harmlosen Bakterien aufgrund einer Vermehrung Erkrankungen auslösen.

Funktion der A-Streptokokken

Karies, der Albtraum aller Zahnärzte, wird ebenfalls von den sich in der Mundhöhle befindenden A-Streptokokken ausgelöst. Eine Schwächung des Immunsystems führt zu einer deutlichen Zunahme der Bakterienanzahl, was wiederum das Kariesrisiko ansteigen lässt. Studien haben ergeben, dass ungefähr jeder fünfte Mensch in seinem Rachenraum eine geringe Zahl Streptococcus pyogenes beherbergt. Aufgrund der geringen Bakterienanzahl treten keine der typischen Symptome für Halsbeschwerden auf.

Bei dem Auftreten einer Erkrankung, unabhängig ob Mandelentzündungen, Scharlach oder Co ist ein Schonen unumgänglich. Verlaufen Infektionen ohne eine Behandlung oder wird eine „normale“ Belastung zu früh ausgeübt, können ernsthafte Folgeschäden entstehen. So können sich dauerhafte Erkrankungen an Nieren, Herzmuskel und Herzklappen bilden. Das rheumatische Fieber kann ebenfalls bei akuten Streptokokken-Erkrankungen auftreten.

Hinweis:

Eine wiederholte Behandlung mit Antibiotika kann zu einer Resistenz der Bakterien führen, was eine effektive Behandlung erschwert. Tritt nach dem Behandlungsbeginn keine merkliche Besserung innerhalb von zwei bis drei Tagen ein, ist es ratsam, den behandelnden Arzt nochmals aufzusuchen.

Von Streptokokken ausgelöste Krankheiten

  • Infekte der Harnwege
  • Blutvergiftungen
  • Scharlach
  • Halsentzündungen
  • Blinddarmentzündungen
  • Hirnhautentzündungen
  • Lungenentzündungen
  • Mittelohrentzündungen
  • Wundinfektion
  • Wundrose (Erysipel)
  • Mandelentzündungen
  • Sepsis (Blutvergiftung)
  • Kindbettfieber

Harnwegsinfektionen werden häufig von A-Streptokokken ausgelöst und äußern sich durch ein unangenehmes bis schmerzhaftes Brennen während des Wasserlassens. Zu den Erkrankungen der Harnwegsinfekten zählen Nierenbeckenentzündungen und Blasenentzündungen. Nehmen die Schmerzen beim Wasserlassen nicht ab oder kommen einseitige Schmerzen in dem Körperbereich der Nieren hinzu, ist es notwendig, unverzüglich den Hausarzt aufzusuchen.

Erkältungskrankheiten durch A-Streptokokken, die sich auf den Gehörgang ausdehnen, führen zu einer Entstehung von Mittelohrentzündungen. Eine Mittelohrentzündungen äußert sich durch starke Ohrenschmerzen, die zu Kopfschmerzen und Geräuschempfindlichkeit führen sowie durch Fieber. Um eine Verschlimmerung der Entzündung zu verhindern, ist es notwendig, eine medikamentöse Behandlung einzusetzen.

A-Streptokokken

Lungenentzündungen, die von Bakterien wie den A-Streptokokken verursacht wurden, weisen Symptome wie einem quälenden Husten, Schüttelfrost und Fieber auf. Aufgrund der eingeschränkten Funktion der Lungen tritt eine verminderte Sauerstoffsättigung auf, was sich durch bläuliche Lippen äußert. Die wohl bekannteste auf Streptokokken zurückzuführenden Erkrankungen sind Scharlach und Angina (Halsentzündungen). Beide Erkrankungen weisen Symptome wie zum Beispiel Halsschmerzen und Fieber auf.

Ein rötlicher Ausschlag in der Leistengegend, der sich nach und nach über den ganzen Körper ausbreitet, ist typisch für Scharlach. Das Risiko von Folgeschäden macht eine Behandlung mit Hilfe von Antibiotika notwendig. Folgeschäden könnten zum Beispiel Hirnhautentzündungen, Nierenschäden und rheumatisches Fieber sein.

Empfundene Steifheit im Nacken und starke anhaltende Kopfschmerzen sowie Fieber machen einen sofortigen Besuch beim Hausarzt notwendig. Diese Symptome weisen auf eine durch Streptokokken verursachte Infektion hin. Diese Form der Infektion tritt nach Verletzungen und Operationen auf und kann bis hin zu einer Blutvergiftung führen.

Hinweis:

Die Unterart Streptococcus pneumoniae ( Pneumokokken) ist verantwortlich für die Entstehung von Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen, Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen. Eine regelmäßige Pneumokokken-Impfung verringert das Risiko einer Erkrankung.