Scharlach Ausschlag sicher erkennen

Haut Symptome und Pusteln bei Scharlach

Scharlach (Scarlatina) ist eine Kombination aus einer Halsentzündung und einem Scharlach Ausschlag. Er war eine gefürchtete Krankheit im 18. Jahrhundert. Scharlach verursachte Epidemien bei Kindern in Amerika und Europa. Die Mediziner lösten das Problem spät. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Penicillin als Heilmittel verfügbar. Heute ist die Behandlung von Scharlach zugänglicher.

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Die Entstehung und Verbreitung

Scharlach entsteht durch die Freisetzung eines besonderen Toxins aus dem Bakterium Streptococcus Pyogenes. Scarlatina ist eine der häufigsten Krankheiten, die Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren erleiden.

Die Verbreitung der Bakterien ist mit dem Aufenthalt an überfüllten Orten verknüpft. Die Sterberate hat sich aufgrund der weitverbreiteten Verfügbarkeit von Antibiotika stark verringert.

Mit der Halsentzündung schnell zu verwechseln

Scharlach verwechseln die Laien mit einer Halsentzündung, weil derselbe Bakterienstamm die Krankheiten verursacht. Es existiert ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden. Beide Erkrankungen weisen dieselben Symptome wie

  •         Halsschmerzen,
  •         Fieber,
  •         allgemeine Müdigkeit,
  •         Kopfschmerzen,
  •         eine laufende Nase und
  •         vergrößerte Lymphknoten

auf. Einige entwickeln eine toxische Reaktion der Bakterien, die einen Scharlach Ausschlag ein bis zwei Tage nach den Halsschmerzen verursacht. Diesen Zustand diagnostizieren die Mediziner als Scharlachfieber. Häufige Symptome von Scarlatina sind Fieber, geschwollene Lymphknoten im Hals, Übelkeit, Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden und Gliederschmerzen.

Scharlach Ausschlag:

Die Schuppung als unangenehme Begleiterscheinung

Der rote Scharlach Ausschlag entwickelt sich 24 Stunden, nachdem das Fieber beginnt. Er nimmt seinen Anfang auf dem Bauch und der Brust und breitet sich über den ganzen Körper innerhalb von zwei Tagen aus.

Der Scharlach Ausschlag verschlimmert sich in den Falten der Haut und verringert sich in einer Woche durch Peeling. Danach erscheinen in einigen Fällen leuchtend rote Flecken auf der Zunge (Erdbeerzunge). Einer der vielen Nachwirkungen von Scharlach ist Schuppung (Desquamation) auf der Haut. Der Erkrankte findet sie in den Bereichen vor, wo der Scharlach Ausschlag ursprünglich auftrat. Die Desquamation beginnt auf dem Gesicht und tritt um die Finger sowie auf den Handflächen nach einer Woche auf. Die Schuppung ist ein normales Ergebnis der Krankheit und ungefährlich.

Mögliche schwere Folgen der Krankheit

Zu den meistbeklagten Komplikationen gehören Infektionen des Ohres oder der Nasennebenhöhlen. Eine Lungenentzündung, Meningitis und Sepsis sind schwere Folgen, die selten entstehen. Zu den gemeinsamen immunologischen Komplikationen gehört akute Glomerulonephritis, die zu Blut im Urin führt. Es tritt rheumatisches Fieber auf, sofern Antikörper im Blut mit dem Körper reagieren.

Die Prävention und Behandlung

Ärzte raten ihren Patienten, zu Hause zu bleiben, um zu verhindern, dass sich die Bakterien an öffentlichen Orten ausbreiten. Mediziner legen den Betroffenen nahe, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört, sich regelmäßig die Hände zu waschen und Gegenstände und Utensilien, die Betroffene verwenden, zu desinfizieren. Scarlatina verbreitet sich durch Niesen und Husten. Ärzte verabreichen den Patienten Antibiotika.

Sie nehmen die Mittel zehn Tage lang ein. Kinder, die wegen der Krankheit Schwierigkeiten beim Essen haben, erhalten weiche Speisen und viel Flüssigkeit. Die richtige Behandlung gegen Scharlach ist bedeutend, um Komplikationen wie Sinusitis, Pneumonie oder schwerere Erkrankungen wie rheumatisches Fieber und rheumatische Herzerkrankungen zu vermeiden. Scharlach, einst eine gefürchtete Erkrankung des Kindesalters, behandeln die Betroffenen mit ähnlichen Medikamenten wie bei einer Halsentzündung.

Zu den gemeinsamen Antibiotika gehört Penicillin. Der markanteste Unterschied bei den Symptomen zwischen Scharlach und der Halsentzündung ist Durchfall. Patienten mit einer Allergie gegen Penicillin verwenden die Antibiotika Clindamycin und Erythromycin.

 

Ist Scharlach-Ausschlag ansteckend?

Zu den sichtbaren Merkmalen von Scharlach gehören rötliche Flecken auf der Haut. Eine häufig gestellte Frage ist, ob der bei der Kinderkrankheit auftretende Ausschlag bei Scharlach ansteckend ist.

 

Wie sieht der Ausschlag aus?

Das Scharlach-Exanthem macht sich durch nahe beieinanderliegende Flecken bemerkbar, die die Größe eines Stecknadelkopfes erreichen. Es beginnt auf dem Bauch und der Brust und breitet sich innerhalb von zwei Tagen über den ganzen Körper aus. Die betroffenen Hautpartien fühlen sich an wie raues Papier. Der Farbverlauf reicht von einem zarten Rosa bis zu tiefroten Flecken. Im Bereich des Gesichtes ist die Haut glatt und tiefrot, die Mundpartie bleibt ausgespart. Weitere Rötungen treten im Rachen und auf der Zunge auf. Einige Tage später schuppen sich die betroffenen Hautflächen.

Diese sichtbaren Symptome erscheinen einen Tag nach den ersten Anzeichen der Krankheit wie Fieber und Schluckbeschwerden. Ansteckend ist der Ausschlag bei Scharlach alleine nicht. Die Ansteckungsgefahr geht von der Ursache der Erkrankung aus – dem Bakterium Streptokokkus Pyogenes. Ebenso beeinflusst die Methode der Behandlung die Dauer des Risikos.

 

Wodurch kommt es zum Scharlach-Ausschlag?

Der für Scharlach typische Hautausschlag kommt durch ein Bakteriophage, einem Virus, das Bakterien als Wirtszelle nutzt, zustande. Es nistet sich in das Streptokokken-Bakterium ein und bildet ein Gift. Das erythrogene Toxin regt die körpereigenen Abwehrzellen an. Deren Reaktion besteht darin, als Zytokine bezeichnete Stoffe freizusetzen. Auf diese Weise kommt es zu einer Gefäß-Permeabilität. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wandern infolgedessen aus den Blutgefäßen in die Haut und bewirken die bekannte Rötung bei Scharlach.

 

Allgemeine Gefahr der Ansteckung bei Scarlatina

Falls eine Untersuchung der ersten Symptome zur Diagnose Scharlach führt, verordnen Ärzte Antibiotika. Damit ist die Krankheit nach zwei bis drei Tagen nicht mehr kontagiös. Ansteckend ist der Ausschlag bei Scharlach nicht, wenn er zu dieser Zeit sichtbar ist. Die Gefahr der Ansteckung geht stattdessen von den nach wie vor aktiven Streptokokken aus.

Eine verschleppte Scharlach-Infektion, der Verzicht auf Antibiotika oder eine erst später einsetzende Behandlung bewirkt eine Gefahr der Ansteckung für mehrere Wochen. Das Robert-Koch-Institut und die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) raten zu einer schnellen Antibiotika-Behandlung. Diese hat zum Ziel, die Gefahr der Ansteckung für andere Personen zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden. Allein der Ausschlag bei Scharlach ist nicht ansteckend. Er ist bei Antibiotika-Therapie kein Zeichen dafür, dass die Krankheit andere noch gefährdet.

 

Kita- und Schulbesuch trotz Scharlach Ausschlag?

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Besuch des Kindergartens oder der Schule mit Scharlach-Ausschlag. Ansteckend ist die Krankheit nach einer Behandlung mit Antibiotika nach einer Woche nicht mehr. Fehlt diese Therapie, verbietet sich der Besuch von Gemeinschafts-Einrichtungen. Hat ein Kind noch Hautausschlag, reagieren viele Kindergärten und Schulen besorgt. Es hilft eine Bescheinigung des Kinderarztes. Dieser rät im Normalfall, die Krankheit in Ruhe zu Hause auszuheilen.

 

Für Eltern oder andere Kontaktpersonen eines erkrankten Kindes gibt es für die gesamte Zeit der Krankheit keine Quarantäne. Gleichwohl sind sie durch den Kontakt mit einem infektiösen Kind möglicherweise Keimträger, ohne selbst krank zu sein. Gesunde Träger des Scharlach-Erregers spielen eine geringe Rolle als Krankheitsüberträger.

 

Kurze Beantwortung der Frage, ob beim Kontakt mit dem Scharlach-Exanthem eine Ansteckung erfolgt:

Ansteckend ist Ausschlag bei Scharlach nicht. Das Exanthem ist ein deutlich sichtbares Zeichen der Krankheit, hat aber keine Funktion, um Krankheitserreger zu verbreiten. Streptokokken übertragen sich möglicherweise bei der Berührung eines Kranken, unabhängig davon, ob an Körperstellen mit Ausschlag oder ohne. Setzt die Behandlung mit Antibiotika rechtzeitig ein, besteht gewöhnlich trotz des noch sichtbaren Hautausschlages keine Gefahr der Ansteckung mehr.

 

Quellen:

http://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/scharlach/

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