Die 15 wichtigsten Fakten zu Scharlach

Fakten zur Scharlach-Infektion vom Ausbruch bis zur Heilung:

Scharlach bei einer FrauScharlach ist eine weitverbreitete Kinder-Krankheit. Die folgenden 15 wichtigsten Fakten zu Scharlach helfen Ihnen, eine Infektion frühzeitig zu erkennen und wirksam zu behandeln. Die Therapie mit Antibiotika ist in jedem Fall erforderlich und vermeidet schwere Krankheits-Verläufe sowie Spätfolgen.

 

  1. Scharlach – bekannt seit dem neunten Jahrhundert

Fakten über Scharlach sind seit dem neunten Jahrhundert in Europa bekannt, denn damals gab es bereits Erkrankungen. 1556 beschrieb Ingrassia von Palermo die Infektions-Krankheit zum ersten Mal in schriftlicher Form.

  1. Scharlach-Erreger: Streptokokken der Lancefield-Gruppe A

Der Erreger ist ein Bakterium. Streptokokken der Lancefield-Gruppe A, wie Streptococcus pyogenes, befallen den menschlichen Körper über die oberen Atemwege. Durch die Streptokokken eingeschleppte Bakteriophagen schütten drei verschiedene Scharlach-Toxine aus, SPE-A, SPE-B und SPE-C. Diese Toxine verursachen den typischen Ausschlag in Achseln und Leisten.

 

  1. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen-Infektion

Die Übertragung der Bakterien geschieht überwiegend durch Tröpfchen-Infektion. Beim Husten, Niesen oder Sprechen verbreiten Erkrankte und Träger der Scharlach-Bakterien diese über die Luft. Kontakt-Infektionen durch offene Wunden oder Körperkontakt sind selten.

  1. Scharlach – die häufigste bakterielle Krankheit im Kindesalter

Scharlach ist die am häufigsten durch Bakterien verursachte Krankheit im Kindesalter. Sie betrifft überwiegend Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Prinzipiell ist jedoch jeder Mensch von einer Scharlach-Infektion bedroht. Auf der Grundlage skandinavischer Daten schätzen Wissenschaftler, dass es jährlich zu 1 bis 1,5 Millionen Erkrankungen kommt.

 

  1. Scharlach-Erkrankte bleiben zu Hause

Scharlach bricht vorwiegend in Schulen und Kindergärten aus. Dort kommen viele Kinder zusammen und tauschen Bakterien aus. Der Besuch oder die Arbeit in öffentlichen Institutionen ist an Scharlach Erkrankten untersagt.

 

  1. Scharlach – schon während der Inkubationszeit ansteckend

Bei den Fakten über Scharlach existieren bezüglich der Inkubationszeit verschiedene Aussagen. Laut dem Robert-Koch-Institut dauert sie selten länger als ein bis drei Tage. Schon während dieser Zeit ist der Scharlach-Kranke hochansteckend. Jeder fünfte bis zehnte Infizierte ist Träger der Scharlach-Erreger, erkrankt hingegen nicht. Von diesem geht dieselbe Ansteckungsgefahr aus.

 

  1. Scharlach-Ausbruch – von Oktober bis März erhöhte Gefahr

Scharlach bricht hauptsächlich zwischen Oktober und März aus. In diesen Monaten ist es in Deutschland am kältesten. Das durch die niedrigen Temperaturen geschwächte Immunsystem zeigt sich anfälliger für den Befall mit Bakterien.

 

  1. Himbeerzunge, Ausschlag und Halsschmerzen – typische Symptome bei Scharlach

Zu den Fakten über Scharlach zählt, dass auch diese Kinderkrankheit nicht ohne Symptome einhergeht. Sie treten in manchen Fällen gehäuft, zuweilen einzeln auf. Folgende Symptome sind typisch für den Beginn einer Scharlach-Infektion:

  • Mandel-Entzündung,
  • Fieber und Schüttelfrost,
  • Schluck-Beschwerden,
  • roter Rachenraum,
  • Anschwellen der Lymphknoten.

Nach ein bis zwei Tagen kommen folgende Symptome hinzu:

  • weiße Beläge auf der Zunge,
  • geschwollene Mandeln.

Die Beläge auf der Zunge lösen sich nach und nach. Zum Vorschein kommt die sogenannte Himbeer- oder Erdbeerzunge. Die Zunge erscheint tiefrot und die Geschmacksknospen treten sichtbar hervor.

 

Zwei bis vier Tage nach Ausbruch der Krankheit entwickeln Scharlach-Patienten diese Symptomatik:

  • Hautausschlag,
  • periorale Blässe.

Der typische Ausschlag, verursacht durch die Scharlach-Toxine, bricht in Achseln, Leisten oder am gesamten Körper aus. Er besteht aus dicht beieinanderliegenden, stecknadelkopf-großen, roten und leicht erhabenen Pusteln. Der sogenannte „Milchbart“, die periorale Blässe, geht mit geröteten Wangen einher.

Nach 14 Tagen kommt es zum

  • Schuppen der Haut an den Extremitäten.

Häufig sind Zehen- und Fingerkuppen oder Hand- und Fuß-Innenflächen betroffen.

In seltenen Fällen kommen noch Erbrechen, Bauch- und Kopfschmerzen hinzu. Typischerweise treten nicht alle Symptome bei jedem Krankheits-Verlauf auf. Die rote Zunge und der Hautausschlag bleiben in wenigen Fällen aus. Bei entfernten Mandeln kommt es stattdessen zu einer Rachen-Entzündung.

 

  1. Antibiotika helfen gegen Scharlach Infektion

Die Fakten über Scharlach nennen Antibiotika als einzig wirksames Mittel gegen die Erkrankung. Gewöhnlich verschreiben Ärzte ihren Patienten Penicillin V, das diese über zehn Tage einnehmen. Bei einer Allergie gegen den Wirkstoff kommen Clarithromycin oder Erythromycin zum Einsatz. Zur Therapie der Symptome dienen Mittel gegen Fieber und Schluck-Beschwerden.

 

  1. Scharlach ist so lange ansteckend, wie der Patient den Erreger in sich trägt

Die Ansteckungsgefahr dauert ebenso lange, wie der Patient den Scharlach-Erreger in sich trägt. Der Zustand besteht für die Zeit, in der sich Symptome zeigen. Bei einer sofortigen Behandlung mit Antibiotika existiert nach 24 Stunden keine Ansteckungs-Gefahr mehr. Ohne entsprechende Therapie sind es bis zu drei Wochen.

 

  1. Scharlach erfordert Bettruhe

Nach von Medizinern niedergeschriebenen Fakten über Scharlach ist im Fall einer Erkrankung konsequente Bettruhe nötig. Nur durch das Ausbleiben anstrengender Tätigkeiten erholen sich die Betroffenen zügig.

 

  1. Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom – die gefährlichste Komplikation bei Scharlach

Eine fehlende oder unvollständige Behandlung birgt die Gefahr von Komplikationen und Spätfolgen. Sekundär-Infektionen des Mittelohres, der Nebenhöhlen oder der Zunge entstehen durch eine fehlende oder nicht ausreichende Therapie mit Antibiotika. Die gefährlichste Komplikation besteht in dem Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom. 30 Prozent der betroffenen Patienten versterben durch Schock und Multi-Organversagen. Zu den Spätfolgen gehört das rheumatische Fieber, infolge dessen es zu Entzündungen der Gelenke, der Herzgegend oder der Nieren kommt.

 

  1. Meldepflicht besteht nur in wenigen Bundesländern

Nicht in allen Bundesländern Deutschlands besteht eine Meldepflicht. Nur in Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein sind Scharlach-Infektionen beim örtlichen Gesundheitsamt anzuzeigen.

 

  1. Meiden erkrankter Personen und häufiges Händewaschen – die einzig wirksamen prophylaktischen Maßnahmen gegen Scharlach

Das Fernhalten von an Scharlach erkrankten Personen und regelmäßiges Waschen der Hände bilden die einzig wirksamen prophylaktischen Schritte gegen die Kinderkrankheit. Eine Schutz-Impfung gibt es nach den bisherig niedergeschriebenen Fakten über Scharlach nicht.

 

  1. Das Gesundheitsamt und das Robert-Koch-Institut informieren zum Thema Scharlach

Über die bedeutenden Fakten zu Scharlach informiert sich der interessierte Bürger über das jeweils zuständige Gesundheitsamt vor Ort sowie im Internet über das Robert-Koch-Institut.

 

Die wichtigsten Fakten über Scharlach zusammengefasst

Scharlach erkennen Betroffene und Angehörige nicht leicht, da nicht in jedem Fall alle Symptome zusammenkommen. Ein Besuch beim Arzt und eine Antibiotika-Gabe sind unerlässlich, um Komplikationen und Spätfolgen zu vermeiden. Versuchen Sie, den Kontakt mit Infizierten zu verhindern, um sich und Ihre Kinder vor der Infektion mit Scharlach zu schützen.

weiterführend:

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Streptococcus_pyogenes.html#doc2374548bodyText1

About author

Anna Nilsson

Anna Nilsson ist Fach- und Medizinautorin und verantwortlich für die Inhalte des Scharlach-Ratgebers.