Himbeerzunge – Anzeichen von Scharlach

Eine Scharlach Zunge ist rot: Obgleich Scharlach als Kinderkrankheit zählt, kommt sie bei Erwachsenen vor. Symptome wie die Scharlach-Zunge und Komplikationen führen zu verschiedenen Schweregraden.

Scharlach-Zunge – die typische Färbung:

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Bei der Scharlachzunge handelt es sich um eines der typischen Symptome im Rahmen einer Scharlacherkrankung. Früher gingen Mediziner bei Kindern mit der sogenannten Erdbeerzunge davon aus, dass diese in Kürze sterben.

Die Sterblichkeitsrate lag bei über 60 Prozent. Heute klingen die Symptome, wie die Zungenfärbung ab. Moderne Antibiotika und Früherkennungs-Möglichkeiten verringern die Gefahren der Krankheit. Bis heute handelt es sich bei der Erdbeerzunge um das bekannteste Charakteristikum von Scharlach. Mittels der weiteren Anzeichen grenzen Ärzte den Schweregrad und den Verlauf frühzeitig gut ein.

Wie entsteht die charakteristische Färbung der Scharlachzunge?

Um Scharlach zu erkennen, bedarf es der zeitlichen Einteilung. Scheinbar von einer Stunde auf die andere schwillt die Zunge an. Heftige Fieberschübe und Schüttelfrost begleiten den Patienten. Halsschmerzen treten auf. Innerhalb weniger Stunden verändert sich der Zustand des Patienten.

Die Zunge schwillt stärker an und verfärbt sich dunkelrot bis rosa. Dazu treten an der Oberfläche der Zunge kleine, erhabene Bläschen auf. Urheber der sichtbaren und unsichtbaren Symptome sind Bakterien. Streptokokken verursachen die entzündlichen Prozesse sowie die anderen Einschränkungen des Patienten.

Die Streptokokken lagern sich naturgemäß aneinander und bilden Ketten. An der Haut und in den Schleimhäuten erzeugen sie Entzündungen, die sich schmerzhaft bemerkbar machen. Als Halsentzündung und schmerzende Zungenoberfläche nimmt der Patient sie wahr. Die Zungenhaut und Hautflächen an den Leisten und anderen Körperregionen fühlt sich in der Folge an wie Sandpapier. Rau und juckend beeinträchtigt sie das Körpergefühl erheblich.

Der Hautausschlag auf der Zunge resultiert in späteren Stadien daraus, dass die Bakterien Giftstoffe abgeben. Als natürliche Barriere, versucht die Haut der Zunge diese Giftstoffe abzuwehren. Dabei verfärbt sie sich und schwillt an.

Die Infektion liegt bei diesen Symptomen wenige Tage zurück. Bei Kindern ergeben Kindergärten und Schulen das größte Gefahrenpotenzial. Hier übertragen Kinder im frühen Stadium oder bereits mit Scharlachzunge die Erreger. Streptokokken übertragen sich über die Atemluft sowie über Hautkontakt. Der sensibelste Bereich befindet sich in der Nähe der Bläschen, sei es auf der Zunge oder an anderen Körperteilen. Die Flüssigkeit beinhaltet die Giftstoffe und überträgt die Erreger. Dementsprechend passen Eltern bei der oralen Gabe von Medikamenten auf, nicht mit den Flüssigkeiten in Berührung zu kommen.

Erkennungsmerkmale der Scharlach-Zunge

Bei Reinfektionen und diffizilem Krankheitsverlauf gestaltet sich das Identifizieren der Merkmale schwierig. Der eigentlichen Rötung gehen Fieberschübe und unspezifische Magen-Darm-Symptome voraus. Weltweit existieren verschiedene Verläufe, die erst im späteren Stadium die Scharlachzunge entwickeln. Anfangs zeigt die Zunge einen weißen Belag.

Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Erreger mehrheitlich auf der Oberfläche der Zunge. Sodann verschwindet der Belag und die Symptome klingen für kurze Zeit ab. In der Folgezeit schwillt die Zunge erneut an. Sie entwickelt keinen Belag, sondern färbt sich wie die Mandeln, der Rachen und weitere Teile des Mundraumes komplett rot. Die Zunge sowie die Mandeln bilden in einigen Fällen zusätzlich eitrige Flecken aus.

Mittel gegen die Scharlach-Zunge

Scharlach und die errötete Zunge erhalten durch den Arzt unterschiedliche Behandlungen. Impfungen, die Scharlach und die rote Zunge vermeiden, existieren nicht. Gegen die akute Infektion erhält der Patient Penicillin oder Antibiotika. Um eine Ansteckung durch Tröpfchen zu vermeiden, hält sich der Kontakt des Patienten oral und über Berührungen in Grenzen. Bei der roten Zunge lässt sich eine Unterscheidung von anderen Krankheiten durch leichtes Drücken vornehmen. In der Folge erhält der Patient entzündungshemmende Medikamente, um eine Verbreiterung der Rötung und des bakteriellen Befalls zu verhindern.

Reinfektionen und Probleme infolge der Scharlachzunge

Bei einer wiederholten Infektion tritt die Erdbeerzunge in den meisten Fällen nicht auf. Dementsprechend kontrollieren Eltern nach dem Abklingen der Symptome, ob sich erneute Entzündungsherde im Rachenraum oder an anderen Schleimhäuten bilden. Unspezifische Symptome im zeitlichen Zusammenhang mit der Scharlachzunge deuten auf eine anhaltende bakterielle Infektion hin.

 

Bei der Scharlach-Zunge handelt es sich um ein typisches Symptom, das nicht bei allen Patienten auftritt. Sie ermöglicht das genaue Bestimmen des Krankheitsgrades und der zeitlichen Komponente.

veröffentlicht  von  Anna Nilsson,

 

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Autorenprofil

Anna Nilsson

Anna Nilsson ist Fach- und Medizinautorin und verantwortlich für die Inhalte des Scharlach-Ratgebers.


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